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Annäherung an ein Musikerleben mit Cochlear-Implant
Für viele Spätertaubte wird neben dem
Sprachverstehen auch das Musikerleben durch die operative Versorgung mit einem
Cochlear-Implantat (CI) wieder möglich. Dabei bleibt die Klangqualität der Musik
allerdings eingeschränkt, weswegen das Hören von Musik mit CI nicht mit dem
klarem Hören von Musik ohne CI verglichen werden kann. Allerdings werden durch
die ständige Verbesserung der CI-Systeme und Sprachprozessoren auch die Qualität
des Musikhörens sowie die Möglichkeiten der Teilhabe an Musik gesteigert. Diese
Verbesserung zeigt sich in einem in der Fachliteratur zunehmend Erwähnung
findenden Gesichtspunkt: dem Empfinden einer Ästhetik von Musik nach
Cochlear-Implantation. Betroffene äußern heute immer wieder, dass sie Genuss
beim Musikerleben empfinden (vgl. Senn 1995, 301), ein Aspekt, der sich in der
anglo-amerikanischen Literatur in dem Begriff der ´musikalischen Wertschätzung´
(music appreciation) (vgl. Gfeller et al. 1997, 252; Gfeller/Lansing 1991, 916)
widerspiegelt.
Insgesamt scheint das Musikerleben von betroffenen
Personen individuell als höchst unterschiedlich empfunden zu werden. Während
viele betroffene Personen Musik als Genuss erleben, sprechen sich aber auch
einige deutlich gegen ein solches ästhetisches Empfinden von Musik aus. So
äußert etwa Grascha in seinem Beitrag mit dem Titel ´Musik wird störend oft
empfunden...´ deutlich: „seit ich CI-Träger bin, kann ich keine Musik mehr
genießen“ (Grascha 2003, 38). Auf das Vorhandensein eines breiten Spektrums des
Musikerlebens weisen auch Ergebnisse einer großangelegten amerikanischen
Untersuchung hin: „Einige CI-Verwender beschreiben Musik als angenehm oder als
Krach klingend, einige identifizieren bestimmte Musiktypen oder bestimmte Lieder
als angenehmer als andere klingend und einige berichten von Erfolgen bezüglich
des Erkennens und Genießens von Liedern“ (Gfeller et al. 1997, 252).
(...)
Dr. Manuela-Carmen Prause
Seminar für Heilpädagogische
Musikerziehung/Musiktherapie
Heilpädagogische Fakultät/Universität zu Köln
Frangenheimstraße 4
50931 Köln
Den vollständigen Text übermitteln wir Ihnen auf
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