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Aenderung der Erziehungsmethoden - Als ich 1949 mit Kindern, welche eine Hörschädigung hatten, zu arbeiten begann, war es selbstverständlich, dass jede sprachliche Kommunikation nur dann möglich war, wenn das Kind den Sprecher ansah. Das ist auch heute noch bei einem Gespräch normal, doch nicht, wenn das Kind mit einem Spiel beschäftigt ist, sich nicht im gleichen Raum befindet, gerade intensiv ein Bild in einem Buch betrachtet oder eine Arbeit verrichtet, auf die es sich konzentrieren soll. Obwohl uns nun endlich dank der elektronischen Hilfsmittel die Möglichkeit gegeben ist, mit und zu einem Kind auch dann zu sprechen, wenn es nicht auf den Sprecher schaut, erlebe ich immer wieder, dass Eltern nur dann zu und mit ihren Kindern sprechen, wenn diese sie anschauen. Es wurde ihnen gesagt, dass die „Antlitzgerichtetheit“ eine Voraussetzung für eine lautsprachliche Kommunikation mit ihrem Kind sei. Das war einmal! Wer von einem Kind, welches mit einem CI versorgt ist, verlangt, dass es immer aufschaut, ehe er zu ihm spricht, nimmt diesem unendlich viele Möglichkeiten des Hörenlernens. Dazu kommt, dass das Kind das Hören und die Sprache nicht in seine Tätigkeit integrieren kann, wenn diese unterbrochen wird. Es hat mich jahrzehntelang gestört, dass Handeln und Sprechen immer getrennt erfolgen mussten. Und es hat sich negativ auf den Erwerb der Sprache ausgewirkt, die Kinder benötigten viel mehr intensive Übungen, ehe sie spontan in Sätzen sprechen konnten. Heute zieht das Kind z.B. seine Schuhe aus, schaut auf diese und ich sage: „Wow, du hast ja neue Schuhe an! Wer hat dir diese gekauft“? Und das Kind antwortet ohne seine Tätigkeit zu unterbrechen, ohne mich anzuschauen. Früher musste ich bei einem Spaziergang den Kindern nachlaufen, wenn ich ihnen etwas sagen wollte. Zu dieser Zeit hätte ich jeden Rekord im Sprinten gewonnen. Heute haben die Eltern FM-Anlagen, sie tragen ein Mikrofon und können so bei einem Spaziergang, einem Radausflug oder einer längeren Autofahrt das Kind nicht nur rufen, sondern mit ihm echte Gespräche führen, ohne dass die Gesprächspartner einander anschauen.
(...) Susann Schmid-Giovannini Internationales Beratungszentrum Benzeholzstr. 29 6045 Meggen Schweiz Den vollständigen Text übermitteln wir Ihnen auf Anfrage! Die Redaktion Schnecke ... und weitere interessante Artikel lesen Sie bitte in der aktuellen Ausgabe, zu bestellen bei der Redaktion! |