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Anekdotisches von den Anfängen des CI-Projekts in Hannover “Was, Sie wollen transplantieren?” fragte der Verwaltungs-Boss. “Ich will nicht trans-, ich will implantieren!” Ein Transplantationszentrum – für Herzen und Nieren – gab es schon in Hannover – nun aber Implantationen? “Ja, und für die Implantation muss kein Mensch ein Organ spenden, wir wollen einen Mini-Computer einsetzen und den kann man kaufen”, entgegnete ich. Teuer sei das Ding allerdings – 35.000 DM. Das wäre – so der Verwaltungsbeamte – nur ein Drittel der Kosten für eine Herztransplantation, also ein Betrag, an den die Krankenkassen im Rahmen solch aufwendiger Operationen gewohnt seien. Das Eis war gebrochen – die ersten drei Operationen waren genehmigt. Dies war 1984 der große Durchbruch nach den Absagen von der Deutschen Forschungsgemeinschaft und der Stiftung Volkswagenwerk. Für das nächste Jahr genehmigte die Ortskrankenkasse Hannover sechs Operationen, dann zwölf usw. Von vornherein beschränkten wir uns auf die Operation ertaubter Erwachsener, so genannter Spätertaubter. Nur sehr wenige von Geburt an gehörlose Patienten haben wir mit dem CI versorgt – mit enttäuschenden Resultaten. Umso erfreulichere Fortschritte konnten wir bei den Spätertaubten beobachten. Die Erfolge waren beglückend – für die Patienten und für uns, die Ärzte, Ingenieure und Pädagogen, soweit sie schon in der Klinik arbeiteten. Die Patienten kamen aus allen Teilen der Bundesrepublik und aus Österreich der unvergessene Franz K. Wimmer. Damals waren die Patienten zumeist noch seit vielen Jahren taub, seit zehn, zwanzig und gar vierzig Jahren. Sie hatten zum großen Teil schon vergessen, wie sie Sprache und Umweltlaute gehört, verstanden und empfunden hatten. Sie waren umso dankbarer für das neue Hören, mussten aber auch entsprechend intensiv von uns trainiert werden und sonst fleißig üben. Unter diesen, im Vergleich zu heute, nur wenigen Patienten bildete sich ein enges Gemeinschaftsgefühl heraus, das schließlich zur Keimzelle der Deutschen Cochlear Implant Gesellschaft (DCIG) wurde. (...) Prof. em. Dr. Dr. Dr. h.c. mult. Ernst Lehnhardt Siegesstr. 15 30175 Hannover
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