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Es ist zu schaffen… Ich wurde 1987 gehörlos geboren. Nach 15 Monaten bekam ich Hörgeräte verschrieben, die mir aber keinen Nutzen brachten. Damit wir irgendwie miteinander kommunizieren konnten, brachten meine Eltern mir LBG bei, das sind Gebärden, bei denen jedes Zeichen einem bestimmten Wort zugehört. Es gibt noch eine weit kürzere Gebärdensprache, aber meine Eltern waren der Ansicht, dass ich lieber von Anfang an mit einem normalen Satzbau und der richtigen Sprache aufwachsen sollte. Im Nachhinein bin ich ihnen sehr dankbar dafür, denn so habe ich von Anfang ein gutes Sprachgefühl bekommen, das mir vor allem in Deutsch und Englisch sehr viel hilft. Mit vier Jahren bekam ich dann schließlich das Nucleus 22 implantiert. Von da an ging es mit dem Hören und Sprechen rasant voran. Natürlich war es nicht so einfach, viele Stunden mühsamen Sprech- und Hörtrainings und anstrengendes Wörter-Üben waren dazu nötig. Aber auf diese Weise lernte ich, diszipliniert und konzentriert zu arbeiten, was mir auch heute noch sehr nützlich ist. Weil ich nicht so gut hören und sprechen konnte zu der Zeit, hatte ich damals nicht so viele Freunde unter den Gleichaltrigen in meinem Dorf. Und die schwerhörigen Freunde von der Grundschule Johanneskirchen, auf die ich dann ging, wohnten allesamt sehr weit weg - der kürzeste Weg zu einer Freundin war eine Stunde Fahrt. Das ist allerdings unter Hörgeschädigten fast normal, weil wir meistens so weit in der Gegend verstreut leben. Heute kann ich - im Vergleich zu anderen Hörgeschädigten - dank dem CI und dem intensiven Training sehr gut hören und sprechen und besuche sogar eine „normale“ Realschule. Dennoch sind mir all die Probleme geblieben, mit denen wahrscheinlich jeder Hörgeschädigte - vor allem in der Regelschule - zu kämpfen hat.
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Kerstin Ströhl Breitensteinstr. 7 85539 Pfaffig
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