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Mit Mut und Durchhaltevermögen in der Regelschule Hallo, ich bin 18 Jahre alt und gehe schon seit Beginn meiner Schullaufbahn in den Regelbereich. Ich bin kurz vor meinem sechsten Geburtstag beidseitig ertaubt. Die Ursache konnte leider nicht ermittelt werden. Ich wurde ein dreiviertel Jahr nach meiner Ertaubung im Juni 1992 in der Med. Hochschule Hannover operiert. Kurz nach meiner OP stand dann schon meine Einschulung bevor. Meine Mutter brachte mich erst einmal auf eine Sprachheilschule, da ich mich zu dieser Zeit noch nicht ganz an mein CI gewöhnt hatte und auch nicht in den Regelbereich hätte gehen dürfen. Außerdem hatte ich ein wenig Probleme, mich sprachlich auszudrücken, da ich ein dreiviertel Jahr auch mit meinen Hörgeräten kaum etwas hörte. Ich erlernte in dieser Zeit keine Gebärdensprache, sondern sprach trotzdem, obwohl ich mich nicht hören konnte. Es war nicht einfach, ich hatte nicht unter Kontrolle, ob ich laut oder leise, zu hoch oder zu tief sprach. Meine Großmutter gab mir immer Zeichen, wenn ich mich z.B. zu laut äußerte. Zwei Jahre ging ich auf die Sprachheilschule in meiner Heimatstadt. Meine Klassenlehrerin war sehr nett und gab schon bald meiner Mutter den Hinweis, die Schule zu wechseln. Sie riet meiner Mutter, mich auf eine normale Grundschule zu bringen, da ich sehr gut im Unterricht zurecht kam. Also kam ich auf eine normale Grundschule, wo ich alle meine Freunde aus dem Kindergarten wiederfand. Die Grundschulzeit war eine erholsame Zeit; hier setzte ich auch nicht die Mikroport-Anlage im Unterricht ein, da ich sie zu diesem Zeitpunkt noch nicht zur Verfügung hatte. Nach der vierten Klasse bekam ich die Empfehlung, auf ein Gymnasium zu wechseln. Wir entschieden uns für ein katholisches Gymnasium, ebenfalls im Regelbereich. Leider ging keine Freundin von mir mit auf diese Schule, sondern nur eine Klassenkameradin. Ich fand wenig Kontakt zu meinen Mitschülern. Sie kannten sich schon untereinander, hatten sich schon zu Cliquen zusammengetan und ich stand nur daneben. Ich fühlte mich an dieser Schule sehr unwohl, weigerte mich morgens aufzustehen und zur Schule zu gehen. Ich hatte immer das Gefühl, dass mich meine Mitschüler nicht leiden konnten und sich über meine „Behinderung“ lustig machten. Es gab auch einige Klassenkameradinnen in der Klasse, die mir hier und da mal halfen.
(...) Constanze Krull Alemannstr. 1 39106 Magdeburg
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