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Zwanzig Jahre CI – eine lange Zeit... ...und doch ist es jeden Tag wie ein Wunder für mich, dass ich damit so vieles hören und verstehen kann. Ich werde ja jeden Morgen, wenn ich aufwache, daran erinnert, dass ich taub bin. Wenn ich die Magnetspule aufsetze und den Sprachprozessor (SP) einschalte, geht es mir wie damals, als ich das erste Mal wieder in eine Welt des Hörens gekommen bin. Es ist, als ob ich in eine andere Welt komme, andere Luft atme... ich fühle mich dann immer aus einer Umklammerung befreit. Aber bevor ich jetzt weitere Erfahrungen erzähle, möchte ich allen jenen, die es mir ermöglichten, wieder etwas zu hören und zu verstehen, ganz herzlich danken. Mein ganz besonderer Dank gilt Professor Lehnhardt, denn ohne ihn könnte ich heute nicht auf zwanzig Jahre mit CI zurückblicken. Der erste SP und der Kopfbügel waren nicht immer angenehm zu tragen, aber was hält man nicht alles aus, nur um wieder hören zu können und Geräusche wahrzunehmen? Da erinnere ich mich an meinen ersten Urlaub mit CI. Wir fuhren jedes Jahr in unsere Wohnung nahe Valencia am Mittelmeer. Etwa sechs Wochen nach der Implantation war es dann soweit. Mein erster Weg führte mich ans Meer und ich war sehr enttäuscht, denn das Wellenrauschen klang ganz anders, als ich es in Erinnerung hatte, aber nach einigen Tagen hatte ich mich an die neue Klangfarbe gewöhnt. Ich war glücklich, überhaupt das Meeresrauschen zu hören. So gab es dann auch weitere Geräusche, die so gar nicht der Wirklichkeit entsprachen. Die Sprache mit dem ersten SP klang metallisch wie eine Roboterstimme. Dann kam der neue SP, viel kleiner und mit nur einer Batterie. Damit war das Verstehen der Sprache und Geräusche viel besser und angenehmer, dem Wirklichen viel ähnlicher. Sogar das Telefonieren klappte mit mir bekannten Personen ganz gut. Natürlich war mein Leben nicht mehr so wie vor der Ertaubung. Meine ganze Lebensweise läuft heute in anderen Regionen. So hörte ich früher gerne Operetten oder eine gute Oper und hatte gerne getanzt. Wie gesagt, es ist mir von Anfang an sehr unschön und unangenehm gewesen, mit CI Musik zu hören, die ich bis heute so gut wie möglich meide. Ich kann mir aber gut vorstellen, dass jemand, der nie normal hörte, mit CI Musik gern hören wird. Heute erkenne ich auch oft am Rhythmus einige mir bekannte Volkslieder oder Schlager, aber ein Operettenstück... nein. Aber in all den Jahren habe ich auch die Erfahrung gemacht: Wenn man mit CI Musik hören will, muss man viel Musik hören und man gewöhnt sich dann an das, was man hört, nämlich dass das Musik ist. (...) Anm. d. Red.: Inge Krenz initiierte die Gründung der Deutschen Cochlear Implant Gesellschaft e.V. und war von 1987 bis 1993 die 1. Vorsitzende der DCIG. Inge Krenz Windmühlenstr. 7 21400 Wandhausen Den vollständigen Text übermitteln wir Ihnen auf Anfrage! Die Redaktion Schnecke ... und weitere interessante Artikel lesen Sie bitte in der aktuellen Ausgabe, zu bestellen bei der Redaktion! |