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Als es in Nieheim um die „Liebe“ ging... Eindrücke vom Literaturseminar vom 2.- 4. Juli 2004 Bevor ich meine Eindrücke vorstelle, möchte ich kurz etwas zu meiner Person sagen, da ich den meisten Lesern unbekannt bin. Neben meiner an Taubheit grenzenden Schwerhörigkeit habe ich Glasknochen und schiebe mich Rollstuhlfahrend durch die Welt mit einer Größe von 113 cm und einem Fliegengewicht von 30 kg. Als ich zum Literaturseminar aufbrach, war ich oft für meine „Leichtigkeit“ dankbar, denn so war ich für alle, die mir bei der umständlichen Bahnreise und später im Tagungshaus treppauf und treppab halfen, gut zu handhaben. Zufällig hatte ich bei meinem Hörakustiker den Seminarprospekt entdeckt und die Auskunft erhalten, dass noch Plätze frei seien. Ich meldete mich an, um meinen literarischen Horizont ein wenig zu erweitern und bestellte mir die vorgeschlagene Literatur zum Thema „Liebe“. Nun ja, als ich Martin Walsers Novelle „Ein fliehendes Pferd“ zu genießen begann, sank mein Stimmungsbarometer; mit diesem Autor fühl(t)e ich mich nicht auf einer Wellenlänge. Ich versuchte es mit den „Schönsten Liebesgedichten“ von Sigrid Damm. Doch so viel Liebe war mir zuviel! An dieser Stelle möchte ich hinzufügen, dass ich längst deutlich spürte, dass ich mit diesem wunderschönen Thema auf Kriegsfuß stand. Warum? Es gibt viele Gründe. Meine Erziehung war sehr durch meine Behinderung geprägt. Da galt die behinderte Frau als sexuelles Neutrum, geschlechtsloses „Wesen“, auf gut Deutsch: „Gabi, du hast Pech gehabt; die Liebe ist nichts für dich, darauf hast du kein Recht. Schau schön zu und sei friedlich!“ Na, wem gefällt schon solch eine oder ähnliche gemeine und erniedrigende Aussage? Mir jedenfalls nicht! Dabei fängt meine Wut erst so richtig an zu kochen. (...) Gabriele Höfer
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