|
|
Die Slowakei besteht in ihrer aktuellen Form seit dem 1. Januar 1993. Seither ist sie ein eigenständiger Staat mit eigener Gesetzgebung und Verantwortlichkeit. Fragen der Cochlea-Implantat-Versorgung fallen vor allem in den gesundheits- und bildungspolitischen Bereich, werden aber von den ökonomischen Möglichkeiten in hohem Maße mitbestimmt. Um die nachfolgenden Ausführungen besser einordnen zu können, seien folgende Daten vorangestellt: Die Slowakische Republik hat eine Fläche von 49.034 km2 – was etwa einem Siebtel der Fläche der Bundesrepublik Deutschland entspricht – und hat ca. 5 Millionen Einwohner (im Vergleich dazu die Bundesrepublik Deutschland mit 82,2 Millionen – das entspricht etwa dem 16,5-fachen). Die Hauptstadt Bratislava mit ihren knapp 500.000 Einwohnern ist die am weitesten entwickelte Region des Landes. Während die Arbeitslosenquote in dieser Stadt unter 5 % liegt, erreicht sie im strukturschwachen Osten des Landes über 30 %. Ausländische Investoren lassen sich vor allem im Westen des Landes, speziell in Bratislava nieder, was das Ungleichgewicht zusätzlich verstärkt. Die Slowakei hat sechs Schulen für Hörgeschädigte, wovon sich zwei in Bratislava befinden. Die anderen sind in Kremnica, Lučenec, Levoča und Prešov. Zu allen Schulen gehören ein Kindergarten und ein Internat. Hinzu kommen in jedem dieser Orte eine Frühförder- und Beratungsstelle. Zum Stand der CI-Versorgung in der Slowakei1 Aufbau und Entwicklung der
CI-Versorgung in der Slowakei Der ersten Operation war eine mehrjährige Vorbereitungsphase vorausgegangen. Sie umfasste den Aufbau einer für die Implantation und Rehabilitation zuständigen Arbeitsgruppe, Hospitationen in mehreren CI-Zentren unterschiedlicher Länder Europas (z.B. Großbritannien, Deutschland, Polen), die Vorbereitung von CI-Rehabilitationsprogrammen für Erwachsene und Kinder, ein umfassendes Literaturstudium, das Zusammenstellen von Kriterien für die Auswahl der infrage kommenden Personen u.a. Seither wurden über hundert Personen mit einem CI versorgt. Das jüngste Kind war zum Zeitpunkt der Implantation 1 Jahr und 7 Monate alt, die älteste Person, ein Ertaubter, war 62 Jahre alt. Als „Meilensteine“ der slowakischen
CI-Versorgung gelten: Bevor ein gehörloses Kind mit einem CI
versorgt wird, soll es zunächst ein halbes Jahr optimal angepasste Hörgeräte
getragen haben und trotz pädagogischer Förderung keine wesentlichen Hör- und
Sprachentwicklungsfortschritte zeigen. Derartige Forderungen werden in
Deutschland bereits nicht mehr in dieser Konsequenz umgesetzt, wenn man sich
sicher ist, dass das Kind aus einem CI den größeren Nutzen ziehen könnte und die
Eltern sich für eine CI-Versorgung ihres Kindes entschieden haben. Das „CI-Team“
(...)
Prof. Viktor Lechta2,
Margita Schmidtova2 1Der Beitrag entstand im Rahmen des vom DAAD unterstützten Projektes zur vergleichenden Sonderpädagogik (Hör- und Sprachgeschädigtenwesen) der Comenius-Universität Bratislava (SK) und der Ludwig-Maximilians-Universität München (BRD). 2Comenius-Universität Bratislava (SK) Pedagogická fakulta Univerzity Komenskeho Moskovská 3 SK - 81334 Bratislava Viktor.Lechta@fedu.uniba.sk 3Ludwig-Maximilians-Universität München (BRD) Lehrstuhl für Gehörlosen- und Schwerhörigenpädagogik Leopoldstr. 13 80802 München
Den vollständigen Text übermitteln wir Ihnen auf Anfrage! Die Redaktion Schnecke ... und weitere interessante Artikel lesen Sie bitte in der aktuellen Ausgabe, zu bestellen bei der Redaktion! |
|
|
|