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Meine hörenden Kinder in eine Schule für Hörgeschädigte? Vor mehr als sechzehn Jahren erfuhr ich über gute Bekannte, dass es im Pfalzinstitut für Hörsprachbehinderte – Augustin-Violet-Schule – einen Modellversuch im hauseigenen Kindergarten gibt. Dieses Projekt versuchte die Integration von Behinderten, in diesem Falle gehörlose und schwerhörige Kinder, einmal „andersherum“ zu gestalten. Das heißt, nicht das Handikap-Kind wird integriert nach draußen in einen Regelkindergarten, sondern man integriert das so genannte „normale“ Kind in den Sonderkindergarten. Die hörenden Kinder bilden somit eine Art Brücke zur hörenden Welt. Da meine Mutter seit einer Masernerkrankung auf einem Ohr völlig ertaubt ist, ist unserer Familie das Thema Hörbehinderung und seine damit verbundene Problematik nicht fremd. So entschlossen wir uns, unsere drei gut hörenden Kinder in diesem Kindergarten anzumelden. Das klappte leider nicht ganz, denn als mein ältester Sohn drei Jahre alt wurde, gab es für den Kindergarten schon eine so lange Warteliste für hörende Kinder, dass er frühestens mit vier Jahren dort einen Platz bekommen hätte. So ging er eben in den benachbarten Regelkindergarten. Er besuchte jedoch jahrelang die nach außen offenen Arbeitsgemeinschaften, die am Pfalzinstitut angeboten werden. Das waren u.a. ein Computerkurs oder Töpfern und Werken. Auf diese Art und Weise hatte er den gleichen sozialen Kontakt zu hörbehinderten Menschen wie die beiden Geschwister, die mittlerweile in den Kindergarten der Augustin-Violet-Schule aufgenommen worden waren. (...) Hergard Schreiner Haardtstr. 24 67227 Frankenthal
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