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Pfalzinstitut für Hörsprachbehinderte Das Pfalzinstitut für Hörsprachbehinderte (PIH) in Frankenthal gehört zwar zu den ältesten Hörgeschädigtenschulen Deutschlands und ist die älteste Einrichtung des Bezirksverbands Pfalz, hat aber alles andere als Patina angesetzt. Im Gegenteil: Seit seiner Gründung 1825 als „Frankenthaler Taubstummenanstalt“ hat es sich zu einer fortschrittlichen und anerkannten Institution der Hörgeschädigtenbildung entwickelt. Von der ambulanten Frühförderung von Kleinkindern bis zur nachschulischen Beratung und beruflichen Fortbildung für Erwachsene begleitet das PIH hörgeschädigte Menschen durch einen wichtigen Teil ihres Lebens. Als dem Lehrer Augustin Violet, nach dem der Schulbereich des PIHs benannt ist, 1825 sechs „lernfähige Taubstumme zum Behufe1 des Unterrichts“ zugewiesen wurden, wurden hörgeschädigte Menschen noch wie geistig Zurückgebliebene oder Geisteskranke behandelt. Inzwischen werden heute rund 800 hörgeschädigte Kinder und Jugendliche vom PIH betreut und gefördert, davon etwa 500 in 60 Gruppen und Klassen an der Frankenthaler Einrichtung und zirka 300 ambulant, beispielsweise in der Frühförderung oder in der integrierten Fördererziehung in Regelschulen. Der Gedanke der Chancengleichheit und Integration hörgeschädigter Menschen ist oberste Maxime des PIHs. Deshalb wird hier die Entwicklung der Lautsprache gefördert, um Hörsprachbehinderten über eigenständige Verständigungsmöglichkeiten den Weg in die Gesellschaft zu ebnen. Die Aufgaben des PIHs sind breit gefächert. Zum schulischen Bereich gehören eine Grundschule für gehörlose Kinder, eine Grundschule für schwerhörige Kinder nach dem Modell der Präventiven Integration, eine gemeinsame Sekundarstufe 1 mit eigens entwickeltem und genehmigtem Bildungsplan, der die Bedeutung des Erwerbs von Schlüsselqualifikationen betont und erleichtert, Bildungsgänge für mehrfachbehinderte Kinder und Jugendliche sowie die Berufsbildenden Schulen. In annähernd 80 verschiedenen Berufen kann hier ausgebildet werden. In der Berufsfachschule kann in den Schwerpunkten Holz- und Metalltechnik, Informationstechnik und Mediengestaltung sowie Hauswirtschaft und Sozialwesen die Mittlere Reife erworben werden. In Metall-, Bau- und Elektrotechnik vermittelt die Fachoberschule die Fachhochschulreife, und an der Fachschule für Technik kann in Maschinentechnik die Prüfung zum staatlich geprüften Techniker abgelegt werden. Im sozialen Bereich mit Integrativem Sonderkindergarten, pädagogischer Audiologie, ambulanter Frühförderung, Psychologie, Physiotherapie, sozialpädagogischer und nachschulischer Beratungsstelle wird die Arbeit der Schule vorbereitet, unterstützt und weitergeführt. Das Einzugsgebiet des PIHs umfasst die gesamte Region Rheinhessen-Pfalz, d.h. dass für viele hörgeschädigte Kinder und Jugendliche der tägliche Anfahrtsweg zu weit ist. Daher gehört zum PIH ein Internat, in dem etwa 150 Schüler aller Altersstufen in familiärer Atmosphäre leben können.
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Pfalzinstitut für Hörsprachbehinderte Augustin-Violet-Schule Holzhofstr. 21 67227 Frankenthal
(Anm. d. Red.: Behufe1 = veraltet: Zweck)
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