In meiner Tätigkeit als Mitarbeiter des überregionalen Sonderpädagogischen Zentrums für Hörbeeinträchtigte in Kärnten (Leitung: VD Heinz Rumbold, VS Arnoldstein) höre ich immer wieder in Gesprächen mit vielen Lehrerkollegen folgende Frage: „Was machen Sie hier, der Schüler ist ja mit Hörgeräten bestens versorgt und somit löst sich ihr Problem von selbst!“ – Gerade diese Frage veranlasst mich, in meinem Beitrag kurz einige Bereiche dieser Kommunikations- und Alltagsproblematik anzuschneiden.

Die „Spitzensportler“ unter den Schülern – die hörbeeinträchtigten Mitschüler

1. Es handelt sich bei einer Hörbeeinträchtigung in den meisten Fällen um eine Schallempfindungsschwerhörigkeit (irreversible Innenohrschwerhörigkeit). Das hat zur Folge, dass Laute verzerrt, zerstückelt oder gar nicht gehört werden. Der Begriff „Schwerhörigkeit“ müsste durch den Begriff „Fehlhörigkeit“ (der tiefen oder hohen Frequenzen) ersetzt werden, da viele irrtümlich glauben, dass der Betroffene nur leiser hört. Er hört nicht leiser, sondern anders. Das Verstehen der Sprache ist nicht mehr möglich! Der hörbeeinträchtigte Schüler hört, versteht aber vom Gehörten sehr wenig.

Wörter wie z.B. „Raum“, „Baum“, „Saum“, „Zaun“ oder „Schaum“ mit nur einer geringen Wortunterscheidung klingen für einen hörbeeinträchtigten Schüler mehr oder weniger gleich. Auch Selbstlaute können falsch verstanden werden, ein „i“ wird als „o“, ein „e“ als „a“ gehört. Der folgende Satz soll zeigen, wie ein hörbeeinträchtigter Schüler hört: „Eid Pidister hartsig tsu eider fikdigen Konvelenz in eider Roosschnatt auf.“

2. Das Hörgerät ist kein „Verstehgerät“, sondern ein Verstärker, der nicht nur menschliche Sprache verstärkt, sondern auch störende Nebengeräusche. Somit ist das Verstehen der Sprache wiederum erschwert bis kaum möglich. Hörgeräte können die „Frequenzfehlhörigkeit“, d.h. den Ausfall bestimmter Frequenzen, weder ausgleichen noch ersetzen, sondern lediglich die noch auditiv wahrnehmbaren Töne verstärken.

Meine Erfahrungen mit den hörbeeinträchtigten Schülern wurden von Kollegin Elke Bartlmä (selbst hochgradig hörbeeinträchtigt) mit ihrer persönlichen Geschichte und ihren Schülererfahrungen bestätigt und ergänzt. Auf diesem Wege ein herzliches Dankeschön!

 

(...)

SOL Georg Berger

E-mail: ohr.gberger@gailtal.at

www.hoeren.ksn.at

 

Den vollständigen Text übermitteln wir Ihnen auf Anfrage! Die Redaktion Schnecke

 ... und weitere interessante Artikel lesen Sie bitte in der aktuellen Ausgabe, zu bestellen bei der Redaktion!