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Tinnitus bei Kindern
Gibt es das überhaupt und müssen wir behandeln?
Die Zahl der Kinder, die über Tinnitus klagen und in die Sprechstunde unserer Ambulanz oder stationär in die Klinik kommen, steigt an. Meist berichten die Eltern über Ohrgeräusche ihrer Kinder. Unabhängig davon, dass die absolute Zahl der kleinen Patienten wirklich zunimmt [1], müssen wir sehr streng differenzieren, was die Ursachen für Ohrgeräusche im Kindesalter im Einzelfall sind und danach entscheiden, wie sie behandelt werden müssen bzw. ob eine Behandlung überhaupt nötig ist. Wie auch bei Erwachsenen stellt sich hier in erster Linie die Frage, ob und wie stark die betroffenen Kinder unter den Ohrgeräuschen leiden und ob die Ohrgeräusche sie in irgendeiner Form in ihrem alltäglichen Leben beeinträchtigen oder stören. Bewährt hat sich hierzu das von der ADANO empfohlene Schema (Schweregradeinteilung nach [3]; s. Tabelle). Kinder erleben überaus häufig Mittelohraffektionen – eine mögliche Tinnitusursache. Sie geben dabei oft erst auf Nachfragen an, dass sie Ohrgeräusche hören, beispielsweise in Begleitung von Paukenergüssen oder nach Mittelohrentzündungen [2]. Wegen der normalen Habituationsfähigkeit des Hörsystems und damit auch der Filterfähigkeit von Störgeräuschen [7] leiden junge Menschen darunter in der Regel nicht. Da sich Lernprozesse zudem in der Regel im jungen Alter wesentlich schneller und wirkungsvoller vollziehen, greifen auch Kompensations- bzw. Habituationsmechanismen schneller.
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PD Dr. med. Gerhard Hesse Tinnitus-Klinik Große Allee AG Große Allee 1-3 34454 Bad Arolsen
Quelle: HNO aktuell 5/2005
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