Buchvorstellung und ‘CI im Alter’

Am 5. November 2005 fand im Berliner relaxa-Hotel Stuttgarter Hof oben genannte Veranstaltung von der DCIG statt, verbunden mit der Vorstellung meines Buches ‘Mein Leben’. Es waren gut fünfzig Personen anwesend. Der Saal war vorbildlich mit einer Induktionsschleife ausgestattet, sodass es zu einer optimalen Verständigung kam. Der Präsident der DCIG, Franz Hermann, und Renate Willkomm von der BBCIG hießen die Gäste herzlich willkommen. Dann stellte Hanna Hermann mich vor, und ich berichtete nun, wie es zur Entstehung meines Buches kam und welche Erfahrungen ich mit meinem CI gemacht habe. Ich war bereits 77 Jahre alt, als ich mich für ein CI entschieden hatte, und gehöre zu den Glücklichen, bei denen das CI von Anfang an gut funktionierte.

Danach erklärte Prof. Ernst Lehnhardt ausführlich und verständlich Möglichkeiten und Schwierigkeiten bei der Implantation. Er machte auch klar, dass man auf gutem Wege sei, immer noch Verbesserungen zu erreichen. Die anschließenden Fragen zeigten, dass sein Referat sehr gut verständlich gehalten war. Bei den Fragen kam aber auch zum Ausdruck, dass es doch immer noch Schwierigkeiten und Probleme gibt. Wegen des optimistischen Blickes in die Zukunft hat Prof. Lehnhardt von einem Zögern und Warten abgeraten.

Nun kam Dr. Scholz, dienstältester Audiologe Berlins, zu Wort. Er machte deutlich, dass bei älteren Patienten ein besonders gutes Einfühlungsvermögen erforderlich sei und stellte eine Patientin vor, bei der trotz großer Mühe die vorhandenen Probleme nicht gelöst werden konnten.

Bei diesen beiden Referaten kam immer wieder zum Ausdruck, dass die Anpassung der Sprachprozessoren an beiden Ohren ein sehr großer Vorteil ist. Da stellt sich natürlich die berechtigte Frage, ob da die Krankenkassen mitziehen. Die anschließenden Fragen an Dr. Scholz zeigten, dass ein großes Interesse an CIs vorhanden ist trotz immer noch vieler Probleme.

Nach gut zwei Stunden kam es dann zur wohlverdienten Pause, bei der man sich an einem kleinen Imbiss stärken und erholen konnte. Für mich war es ein sehr aufregender, interessanter Tag und eine rundherum gut gelungene Veranstaltung.

Zum Referat von Sabine Grehl: Wenn das Gehör nachlässt
S. Grehl machte ausführlich klar, welche Möglichkeiten es gibt, wieder ein optimales Hören zu erreichen, nicht nur durch technische Hilfsmittel, sondern auch durch persönlichen Einsatz. Sie erläuterte, welche Möglichkeiten es im HörBIZ Charlottenburg und Pankow gibt, die Hilfsmittel kennen zu lernen und zu testen. Es ist erstaunlich, wie viele Kurse es gibt, um zu lernen, mit seinen Hörproblemen fertig zu werden. Umso erstaunlicher ist es, dass so wenige Betroffene davon Gebrauch machen. Allein in Berlin gibt es etwa 275.000 Hörgeschädigte. Die meisten von ihnen sind älteren Jahrgangs. Gerade diese müssten doch die Gelegenheit wahrnehmen, um in einer Selbsthilfegruppe mit Gleichgesinnten zu lernen, wie sie ihr Schicksal besser meistern können. S. Grehl hat genau erkannt, dass Hörgeschädigte ‘Weltmeister im Schwindeln’ sind: Nur nicht zugeben, dass man nichts verstanden hat – Lächeln, Kopfnicken... Schuld daran mag sein, dass ein Hörgeschädigter oft für dumm gehalten wird, etwas, was bei Sehbehinderten gar nicht denkbar ist; da ist die Hilfsbereitschaft fast grenzenlos.

Der Vortrag hat ganz sicher vielen Anwesenden gezeigt, dass es sich lohnt, die zahlreichen Angebote einmal kennen zu lernen und zu nutzen.

Irmgard Gummelt

Eschershauser Weg 25c

14163 Berlin

 

 

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