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Die Geschichte von Julius Julius wurde am 24.08.2000 geboren. Die Implantation wurde durchgeführt, als er 19Monate alt war. „Turn it into something good, there’s a chance you really could, turn it into something special.” Montag, 11. März 2002: Angespannt fuhren wir zur HNO-Klinik Frankfurt am Main. Nach Gesprächen mit dem Dr. Kiefer und dem netten? Narkosearzt Dr. Wilke konnten wir unser Zimmer beziehen. Die Umgebung und das Bett waren ungewohnt für Julius und seinen gleichaltrigen Zimmerkollegen. Beide hatten Mühe einzuschlafen. Dienstag, 12. März 2002: Die OP war für acht Uhr angesetzt. Ein Mitarbeiter von Advanced Bionics war auch gekommen und er machte uns viel Mut. Er bewahrte uns aber auch vor der Illusion, die nächste Zeit könnte einfacher werden und das Leben mit Julius sich vollkommen normalisieren. Die Angst, dass die Kraft, Energie und Geduld für diese Herausforderung nicht reichen würde, holte mich wieder ein. Gegen 11:30 Uhr war Julius wieder wach und gegen 12:30 Uhr gab es endlich Mittagessen. Er schmiss seine Spielsachen beiseite und stopfte fröhlich alles in sich hinein. Es war schon klasse, wie schnell das kleine Kerlchen wieder auf die Beine kam. Dr. Kiefer, Dr. Wilke und Wulf Weßel waren mit dem OP-Verlauf sehr zufrieden und dies beruhigte auch mich. Mittwoch, 13. März 2002: Unausgeschlafen fuhr ich am nächsten Morgen wieder in die Klinik und Julius kam mir fröhlich entgegen. Nach dem Frühstück spazierten wir bei herrlichem Sonnenschein am Main entlang. Julius bekam ein Antibiotikum über eine Infusion am Fuß. Am Nachmittag war der Fuß angeschwollen und die Infusionsnadel musste gezogen werden. Nun konnte Julius wieder besser laufen und war fast wieder der Alte. Donnerstag, 14. März: Mittags wurde zum ersten Mal der Verband gewechselt, und wir sollten überraschend zum Röntgen. Der Stationsarzt hatte gesagt, danach könnte Julius entlassen werden – darauf wurde er sogleich festgenagelt. Wir fuhren mit dem Fahrdienst zum Röntgen, und der Stationsarzt machte für den nächsten Tag unsere Entlassungsunterlagen fertig. Freitag, 15. März 2002: Die Narbe sah gut aus und Dr. Kiefer erklärte uns, worauf wir nun zu achten hätten. So konnte Julius nur drei Tage nach der OP wieder zu Hause spielen. ... Am Donnerstag, den 4. April kam meine Frau mit Julius relativ spät vom Spielplatz nach Hause. Julius hatte dort in die Hose gemacht und sah auch sonst wieder aus wie ein kleiner Dreckspatz. Obwohl er erst mittags gebadet hatte, entschlossen wir uns, ihn noch einmal kurz zu duschen. Also schnell raus aus den Klamotten, in die Wanne, Dusche an und zack war Julius ausgerutscht und auf seinen Hinterkopf gefallen. Erst wollte ich ihn ablenken und normal weiter duschen, dann stellte ich mit einem Schreck fest, dass ein Teil seiner Narbe aufgeplatzt war. Er blutete etwas und die Angst war sofort da, dass bei dem Sturz an dem CI etwas kaputt gegangen ist. Julius ließ sich ablenken und wir konnten ihn duschen. Wir fuhren in das Langener Krankenhaus; der Arzt meinte, es wäre das Beste, die Wunde mit drei Stichen zu nähen. Da wir Julius den Stress der Spritze und des Nähens ersparen wollten, ließen wir die Wunde klammern. Dies hatte medizinisch keine Nachteile, nur die Narbe, die eh bald von den Haaren überdeckt wird, sieht nicht mehr so schön aus. Bezüglich des Implantats und der Elektrode konnte der Arzt natürlich keine Aussage machen. Als Dr. Hey von dem Sturz erfuhr, stellte sie den Beginn der Anpassung in Frage. Zunächst müsste ein möglicher Schaden am CI ausgeschlossen werden. Beruhigend war das nicht, daher nahmen wir Kontakt mit Advanced Bionics. Dort wurden wir beruhigt, nach der Schilderung des Sturzhergangs und dem folgenden Verhalten von Julius sei ein Schaden am Implantat nahezu auszuschließen, eine 100%ige Sicherheit gäbe es nicht. Auch die Überprüfung des Implantats mit einer Impedanz-Messung könne ein Mitarbeiter durchführen. Bei einem positiven Resultat sei dann auch eine Röntgenaufnahme vermutlich überflüssig. Das Telefonat mit W. Weßel verlief ähnlich beruhigend. Erstanpassung Dienstag, 9. April Erwartungsvoll fuhren wir morgens in die Pädaudiologie und trafen gleich Prof. Dr. Gall und eine Oberärztin. Für beide stand fest, dass eine Röntgenaufnahme unumgänglich sei. Dr. Christiane Hey untersuchte Julius und danach führte Frau Nekoobahkt die Impedanz-Messung durch. W. Weßel von AB hatte im Vorfeld für eine positive Grundstimmung gesorgt, und Frau Nekoobahkt einen großen Teil ihrer Unsicherheit genommen. Das Resultat der Impedanz-Messung war positiv, und man zog sich zu einer Beratung zurück. Danach begannen wir ohne Röntgenaufnahme mit der Erstanpassung. In Anwesenheit von W. Wessel und David Miller, Advanced Bionics, der die Sitzung mit einer Kamera aufnahm, warteten wir gespannt auf erste Reaktionen. Frau Nekoobahkt stimulierte die Elektroden, und plötzlich fasste sich Julius an sein CI Ohr und zeigte auf Frau Nekoobahkt - Julius hatte mit seinem CI etwas wahrgenommen. Dies wurde natürlich mit Gummibärchen belohnt! Am späten Vormittag hatten wir noch einen Termin bei Herrn Hochhaus, einem Sprachheilpädagogen. Er spielt mit den CI-Kindern und versucht, ihnen die Geräusche näher zubringen. Julius war mit seiner Konzentrationsfähigkeit jedoch am Ende und spielte lieber allein. Auch am Nachmittag war er noch zu sehr geschafft und wir zwangen ihn nicht, den SP zu tragen. Mittwoch, 10. April Ich zog Julius an und es stand fest, dass der SP von nun an zu Julius gehört wie sein Hörgerät. Ich überzeugte ihn von der Aussichtslosigkeit seines Protestes, und er trug den SP. Meine Frau fuhr mit Julius wieder zu weiteren Anpassungen. Er arbeitete gut mit Frau Nekoobahkt zusammen, und legte den SP den ganzen Tag auch nicht ab. Auf der Fahrt nach Hause schlief Julius vor Erschöpfung ein, und wachte auch nicht auf, als meine Frau ihn aus dem Auto ins Haus trug und umzog. Donnerstag, 11. April Wir bekamen schon Routine im Umgang mit dem SP. Natürlich protestierte Julius wieder beim Anlegen. Doch da hat er wirklich einen sturen Papa und jeglicher Protest gegen den SP oder sein Hörgerät war aussichtslos. Als ich abends nach Hause kam, waren Julius und meine Frau natürlich wieder total fertig. Freitag, den 12. April Die Woche der Erstanpassung ging heute mit einem Abschlussgespräch zu Ende. Matthias Herzig Erfurter Str. 8 33647 Bielefeld
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