|
Hat das Cochlea Implantat die
Hörgeschädigtenpädagogik verändert?
„Ja, aber wie?“ war der erste Gedanke,
als Arno Vogel vom CI-Centrum Schleswig-Kiel anlässlich des 10-jährigen
Jubiläums des Zentrums zum 3. Interdisziplinären Symposium mit dem Titel
‘Indikation-Operation-Rehabilitation-Evaluation’ einen Vortrag erbat (s. auch
Schnecke Nr. 51, S. 47). In den letzten zwanzig Jahren ist das CI so sehr in
den Alltag der Hörgeschädigtenpädagogik eingedrungen, dass beispielsweise
Studienanfänger der Fachrichtungen Gehörlosen- oder Schwerhörigenpädagogik
bereits vor Beginn des Studiums davon gehört haben und wohl kaum ein Lehrer den
möglichen Nutzen eines Cochlea Implantats heute noch hinterfragt. Der
Auseinandersetzung um das CI ‘an sich’ sind Diskussionen um fortführende
Fragestellungen gewichen (bilaterale Versorgung, vollimplantierbare CIs,
CI-Versorgung von Kindern mit gehörlosen Eltern u.a.). Über die Anfänge der
CI-Versorgung und die damit bewirkten Veränderungen denkt man kaum noch nach.
(...)
Prof. Dr. Annette Leonhardt
Lehrstuhl für Gehörlosen- und Schwerhörigenpädagogik
Ludwig-Maximilians-Universität München
Leopoldstr. 13
80802 München
|