Einseitige CI-Versorgung

Was ist an der einseitigen CI-Versorgung besonderes, schließlich wird ein CI in den meisten Fällen sowieso nur einseitig implantiert? Gemeint ist hier die Versorgung eines ertaubten Ohres mit einem CI bei gut hörendem Ohr auf der Gegenseite. In letzter Zeit gab es mehrere solche Fälle, auch die Schnecke berichtete und es gab z.T. heftige Diskussionen zu diesem Thema.
Menschen mit einem ertaubten Ohr haben oft erhebliche Probleme, trotz des gut hörenden zweiten Ohres. Vor allem bei Gesprächen mit mehreren Personen kommen sie nicht mehr zurecht, auch in einer eher ruhigen und strukturierten Situation, z.B. einer Besprechung, kann es schwierig sein, wenn die Betroffenen zur tauben Seite hin angesprochen werden. In vielen Fällen ist es auch der Tinnitus, der den Menschen mit einseitiger Taubheit sehr zu schaffen macht und die Lebensqualität deutlich beeinträchtigt.
Als Chefarzt einer Rehaklinik für Patienten mit Hörstörungen und Tinnitus, früher in Bad Berleburg, jetzt in Bad Nauheim, kenne ich sehr viele Betroffene mit einseitiger Ertaubung, die einfach nicht mehr zurechtkamen. Zwar kann man einseitig Ertaubte mit einem CROS-Hörsystem versorgen (ein Mikrofon nimmt den Schall auf der ertaubten Seite auf, per Kabel oder Funk werden die Signale auf einen kleinen Lautsprecher am gesunden Ohr geleitet), womit eine Ansprache von der ertaubten Seite wieder möglich wird, aber ein räumliches Hören wird dadurch nicht erreicht und vor allem auch keine Tinnitus-Verdeckung.

 

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Dr. Roland Zeh
Kaiserberg-Klinik
Abteilung Hörstörungen, Tinnitus, Schwindel
Am Kaiserberg 8-10
61231 Bad Nauheim 

 

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