Ein Hirnstammimplantat für Kinder ohne Hörnerv

Die Erfahrung der letzten Jahre mit dem Hirnstammimplantat (ABI) hat gezeigt, dass es sich um ein sicheres Verfahren handelt. Die meisten Patienten sind aufgrund der sehr schweren Erkrankung Neurofibromatose Typ 2 (NF2) ertaubt und zeigten während der Implantation eine extrem veränderte Anatomie am Hirnstamm. Mittlerweile haben wir aber auch schon viel Erfahrung gesammelt bei Patienten, die entweder keinen Erfolg mehr mit ihrem Cochlea Implantat (CI) haben oder für die aufgrund der nachgewiesenen Hörnervenerkrankung ein CI nicht in Frage kam. Ein CI benötigt einen intakten Hörnerv, der alle elektrischen Signale zum Hirnstamm und damit zur zentralen Hörbahn leitet.

Die Leitfähigkeit für künstliche elektrische Impulse wird in der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) bei erwachsenen Patienten mit dem so genannten Promontoriumstest (Nadeltest) und bei Kindern in bestimmten Fällen mit der E-BERA geprüft. Weitere Hinweise auf eine neurologische Erkrankung, die mit einem erkrankten Hörnerv einhergehen können, aber nicht müssen, sind über die neuropädiatrische  Krankengeschichte und vor allem durch eine Kernspintomographie aufdeckbar.

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Prof. Dr. Thomas Lenarz
Med. Hochschule Hannover – HNO
Carl-Neuberg-Str. 1
30625 Hannover 

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