CI und Meningitis

Das Thema ‘Hirnhautentzündung’ betrifft CI-Träger gleich in mehrfacher Hinsicht: Meningitis-Erkrankungen können Hörstörungen verursachen, die den Einsatz eines CIs erforderlich machen, aber auch die CI-Operation selbst kann das Meningitisrisiko vergrößern. Weiterhin scheint ein bestimmtes Implantatdesign die Entstehung einer Meningitis zu begünstigen. Hinzu kommt, dass bestimmte Innenohrfehlbildungen nicht nur häufig zu einer Cochlea Implantation führen, sondern auch das Risiko einer Meningitis-Erkrankung erhöhen.

Infektiöse Meningitiden sind eitrige Entzündungen der Hirn- bzw. Rückenmarks­häute, die durch Viren, Protozoen, Pilze oder Bakterien verursacht werden. Geht das entzündliche Geschehen auf das Gehirn selbst über, so spricht man von einer Meningoenzephalitis. Die durch Viren verursachte Meningoenzephalitis kommt gehäuft in den warmen Jahreszeiten vor. So führte die von Zecken übertragene Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) im Jahr 2003 zu 276 FSME-Meldungen am Robert-Koch-Institut. Die Virus-Meningoenzephalitis spielt aber – wie die entzündliche Erkrankung der Hirnhäute durch Protozoen oder Pilze als opportunistische Infektion – für CI-Träger praktisch keine Rolle. Daher sind es hauptsächlich bakterielle Keime, die für das erhöhte Meningitisrisiko von CI-Trägern verantwortlich sind.

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Dipl.-Biol. Martin Spreng
Leiter der Audiologie der Klinik
für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde,
Kopf-, Hals- und plastische Gesichtschirurgie  
Klinikum Bad Hersfeld
Seilerweg 29  
36251 Bad Hersfeld

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