Wichtigste Kriterien für eine erfolgreiche Habilitation der CI-versorgten Kinder

Die Erfahrung zeigt ganz pauschal, dass Kinder, die vor dem zweiten Lebensjahr CI-versorgt wurden, keine zusätzliche Behinderung haben und in einem guten, unterstützenden sozialen Umfeld leben, die besten Voraussetzung haben, eine hohe Sprachkompetenz zu erwerben. Die Voraussetzungen müssen allerdings individuell sehr differenziert betrachtet werden. Grundsätzlich spielt der Implantationszeitpunkt eine wichtige Rolle. Dank frühkindlichem Hörscreening ist das durchschnittliche Diagnosealter gesunken, sodass die Implantationen im Durchschnitt wesentlich früher stattfinden. Auf ein halbjähriges Hörgerätetragen vor der Operation, wie es früher gefordert wurde, wird immer häufiger verzichtet, da die Überlegenheit des CIs gegenüber dem Hörgerät bei hochgradiger, an Taubheit grenzender Schwerhörigkeit unbestreitbar ist. Selbst wenn hochgradig hörgeschädigte Kinder eine gute Lautsprachkompetenz mit den Hörgeräten erwerben und dann später mit einem CI versorgt werden, zeigt sich nachträglich, mit welchem riesigen kognitiven Aufwand dies verbunden war. Bei einigen Kindern verschlechtert sich das Sprachverständnis auf dem Hörgeräteohr erheblich, trotz gleich bleibender Hörschwelle, oder sie legen das Hörgerät ganz ab. Die hohe kognitive Leistung braucht nicht mehr aufgewendet zu werden, da diesen Kindern das Hören mit CI wesentlich leichter fällt.

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Bettina Voß
Bayerisches CI-Centrum Regensburg-Straubing
Eichendorffstr. 111
94315 Straubing

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