Eifel live!

Ich bin 43 Jahre alt und lebe mit meinen beiden Teenagern in Bitburg. Ich wurde hörend geboren und hatte auch keine Erkrankungen, die das Gehör hätten schädigen können, auch keine anderen Störeinflüsse, wie z.B. ständig laute Musik. Aufgewachsen bin ich in der Nähe von Aachen und meine erste Berufstätigkeit führte mich nach Düsseldorf.

Dort hatte ich einen Chef, der ein gut akzentuiertes Hochdeutsch und laut sprach. Mit Anfang zwanzig hatte ich ab und an Verständigungsschwierigkeiten am Telefon. Aber ich schob das auf Störgeräusche. Dann wechselte ich den Betrieb. Ich bekam einen Vorgesetzten, der sehr schnell sprach und nuschelte. Nach fünf Tagen waren wir beide am Ende unserer Nerven. Ich sprach meinen Chef auf unser Problem an und er meinte, wir hätten kein Kommunikationsproblem, sondern ich hätte ein Hörproblem. Das fand ich lächerlich, ging trotzdem zum HNO-Arzt. „Ich wundere mich, dass Sie mit Ihrem Gehör noch nicht von einer Straßenbahn überfahren worden sind.“ Ich bekam mein erstes Hörgerät angepasst. „Auf Wiedersehen“, das war es! Es wurde mir nicht erklärt, warum ich rechts ein Hörgerät tragen soll, obwohl ich links viel schlechter hörte.

(...)

Gisela Kettenus-Mistrali

Ostring 18,

54634 Bitburg 

 

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