Schule, Studium und Beruf mit Schwerhörigkeit

– Voraussetzungen und eigene Anstrengungen

„Ich habe Sie nicht verstanden, ich bin schwerhörig. Könnten Sie bitte noch einmal wiederholen?“ – ein Satz, der mich täglich, auch in meinem Beruf als Hörgeschädigtenpädagogin, begleitet und inzwischen für mich schon fast zum Automatismus geworden ist. Der Satz ist eine immer wieder zu formulierende Erklärung, mit der ich mich an meine Kommunikationspartner richte und mit der ich freundlich darum bitte, sich auf meine eingeschränkte Kommunikationsfähigkeit einstellen zu wollen. Meine Bitte ist somit auch gleichzeitig eine Aufforderung zu Empathie und Kooperationsbereitschaft, das Gespräch mit mir etwas anders zu führen als es üblich ist und anders als die meisten gut Hörenden es gewohnt sind. In besonderen Situationen bitte ich auch immer wieder darum, mir mit Zusatztechnik zu einem besseren Hören und Verstehen zu verhelfen – anstrengend für beide Seiten – aber notwendig, wenn Kommunikation zwischen schwerhörigen Menschen und gut Hörenden gelingen soll. Mit all diesen Forderungen und Wünschen habe ich mich dann unweigerlich schon mehrfach in den Mittelpunkt eines Gesprächs gestellt und mich mit meiner Beeinträchtigung so deutlich geoutet, dass ich nicht zu übersehen bin. Meine Sonderstellung ist vorbereitet.
 

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Ute Jung
Wilhelmstr. 45
56584 Anhausen 

 

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