„Wenn Kinder klein sind, gib ihnen Wurzeln, wenn Kinder groß sind,
gib ihnen Flügel.“
 

Die anfänglichen Ängste und Sorgen, die alle Familien mit einem hörgeschädigten Kind kennen, haben sich im Laufe der Zeit gelegt. Das Cochlea Implantat hat Vertrauen gebracht. Für die Probleme im Kleinkind- und Grundschulalter konnten Lösungen gefunden werden. In der Regel begann für die Familien damit eine geordnetere und auch ruhigere Zeit. Eltern wussten, worauf es im Zusammenleben ankam und die Familienmitglieder ebenfalls.

Nun aber werden die Kinder älter und das vorerst relativ behütete Leben als hörgeschädigtes Kind geht zu Ende. Die Zeit der Pubertät und des Erwachsenwerdens beginnt mit allen Schmerzen des Loslösens und Loslassens. Wie wird unser Kind das Leben als Erwachsener bestehen? Wir machen uns vielleicht weniger Sorgen, denken aber über die offenstehenden Möglichkeiten nach. Wo werden unsere Kinder an Grenzen stoßen? Wie sehen die Grenzen aus? Ist unser Kind, unser fast erwachsenes Kind, wirklich selbständig? Dürfen wir seine Entscheidungen zulassen? Wo und wie weit müssen wir uns zurücknehmen? Wie sehen die neuen Lebensgemeinschaften unseres Kindes aus, was macht es in seiner Freizeit, wie geht es in der Schule weiter und welche Berufe passen dauerhaft zu meinem Kind mit seiner Hörschädigung?

(...)

Uwe und Sigrid Martin
Am Lehester Deich 97 c
28357 Bremen

 

 

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