Minimaler-Rotations-Test
– Gleichgewichts-Screening für Patienten
mit Usher-Syndrom Typ I
Morbus Usher zeichnet sich
durch eine Kombination aus einer Schallempfindungsschwerhörig-keit und einer
retinalen Sehminderung aus. Es gibt drei Gruppen: Patienten mit Usher Typ I
leiden unter einer angeborenen hochgradigen Schwerhörigkeit an Taubheit
grenzend. In den ersten zehn Lebensjahren entwickeln diese Patienten meist auch
eine hochgradige Sehminderung. Diese beruht auf einem fortschreitenden Untergang
des retinalen Epithels (Retinits pigmentosa). Insbesondere Patienten mit einem
sogenannten Usher-Syndrom I zeigen auch eine vestibulär-periphere Störung. Die
Inzidenz dieses Untertyps, nämlich Usher I, liegt bei den congenital tauben
Kindern laut Literatur (1;2) bei etwa 10 %, eine sehr hohe Zahl an betroffenen
Patienten.
Da zum Zeitpunkt der Diagnose
der beidseitigen hochgradigen Schwerhörigkeit entweder das Lebensalter der
Patienten noch sehr gering ist (Dank des Neugeborenen-Hörscreenings) oder einer
Sehuntersuchung bezüglich einer möglichen bereits beginnenden retinalen
Dystrophie noch nicht in dieser Form möglich ist, haben wir nach einem
Testverfahren gesucht, das auch in diesen Lebensalter bereits Hinweise auf ein
solches klinisches Erscheinungsbild zulässt. Angetrieben insbesondere von der
Vorstellung, dass nur bei einer begrenzten Zahl an Patienten eine simultane
beidseitige kindliche Cochlea-Implantation von Seiten der Krankenkassen
ermöglicht wurde.
(...)
Med. Hochschule/Hörzentrum
Hannover
Prof. Dr. A. Lesinski-Schiedat
Dr. M. Teschner
Dr. R. Gockeln (Klinik f Augenheilkunde)
Prof. Dr. T. Lenarz
Dr. J. Neuburger
Carl-Neuberg-Str. 1
30625 Hannover
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