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Ausgeladen! Den Telefonhörer in der Hand haltend, schaute ich nachdenklich aus dem Fenster. Wie sollte ich verstehen, dass wir, mein Mann und ich, zum zweiten Mal von einer Geburtstagsfeier ausgeladen wurden. Und dabei war diese Reaktion von Freunden ehrlich gemeinte Rücksichtnahme auf meine Situation. Gute Freunde hatten für mich entschieden, dass ich nicht angemessen an der Feier teilnehmen könne, da die Zahl der eingeladenen Gäste dieses Mal besonders groß sei. Ich fühlte mich ausgeladen, mitsamt meinem gut hörenden Mann, der bestimmt von der Feier etwas gehabt hätte. Andererseits war ich mir sicher, dass unsere Freunde mir diese Sonderstellung inzwischen einräumten und uns zu einem ruhigen Abend einbestellen würden. Ich war ernsthaft bestrebt, ihre ureigenen Absichten positiv zu bewerten und trotzdem beschäftigte diese Entwicklung mich unentwegt, begleitet von Gedanken über die Integration von schwerhörigen Menschen. War ich zu progressiv mit meinem Handicap umgegangen? Hatte ich zu oft zu selbstbewusst darauf hingewiesen, dass ich nicht ausreichend verstehen kann, wenn es zu laut ist? Hatte ich zu oft verlauten lassen, dass ich nicht mehr für alle Feiern mit Hörenden die nötige Kraft hatte, seitdem ich wieder voll berufstätig war? Oder erlebt man mich als schwerhörige Person inzwischen als ‘Partybremse’? (...) Ute Jung
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