Die zeitliche Verarbeitung im Gehör: ein Schlüssel zur Verbesserung von Hörgeräten und Cochlea-Implantaten

 

Hörgeräte, insbesondere digitale Geräte, haben heute bereits einen hohen Stand der Technik erreicht. Um sie weiter zu verbessern, muss die Hörgerätetechnik nun vermehrt auch die Verarbeitung von akustischen Signalen im Gehirn berücksichtigen. Das trifft insbesondere auf die zeitliche Verarbeitung der Hörinformation zu. Eine Einbeziehung von Erkenntnissen der neu- rophysiologischen Grundlagenforschung käme nicht zuletzt vollständig tauben Menschen zugute, denen ihr Gehör schon heute durch die Implantation einer Innenohrelektrode zumindest teilweise zurückgegeben werden kann. Das setzt aber voraus, dass der Hörnerv nicht oder nur begrenzt durch einen Hörschaden zerstört wurde. Viele Träger eines Cochlea-Implantats (CI) können so- gar telefonieren, ohne von den Lippen abzulesen, oder Musik hören, wenn auch nicht immer wirklich genießen.

 

Doch das funktioniert bei weitem nicht bei allen Patienten. Ein Problem ist sicher, dass die Verarbeitung der Hörinformation im Gehirn bislang nicht ausreichend berücksichtigt wurde. Sie sorgt dafür, dass Nervenzellen im Hirnstamm durch ihre Reaktionen Tonhöhen, Klänge und Harmonien der jeweiligen Hörinformation signalisieren und für unser Gehirn erkennbar machen. Erkenntnisse aus neurophysiologischen Untersuchungen des Hörsystems könnten einen wichtigen Beitrag leisten, nicht nur um Hörgeräte und CIs zu verbessern, sondern auch, um mit den neuerdings sogar unmittelbar ins Gehirn implantierten Hörprothesen befriedigendere Ergebnisse zu erzielen.

 

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Prof. Dr. Gerald Langner
Fachbereich Biologie der TU Darmstadt
Schnittspahnstr. 3
64287 Darmstadt 

 

 

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