Hörschädigung – früh oder spät

Jede Hörschädigung bedeutet einen Verlust. Neben dem ursächlichen Verlust des gesunden Gehörs geht dies einher mit einer Vielzahl weiterer Verluste, welche dem Betroffenen oft nicht bewusst sind. So geht der Verlust des  gesunden Gehörs oft einher mit dem  Verlust von sozialen Kompetenzen. Während meiner Ausführungen werde ich zwischen zwei Gruppen differenzieren. Eine Gruppe stellt die Menschen mit einer frühkindlichen Hörschädigung dar, die andere Gruppe sind Menschen mit einer Spätschwerhörigkeit bzw. Spätertaubung. Das gemeinsame der beiden Gruppen ist der Verlust des Gehörs und des gewohnten Rahmens, deren Auswirkungen aber unterscheiden sich deutlich. 

Früher Hörverlust
Kinder mit einer frühkindlichen Hörstörung wachsen in einem geschützten Rahmen auf. Ihr Lebensweg über Familie, Frühförderung, Kindergarten, Schule für Hörgeschädigte bis hin zur Ausbildung in einem Berufsbildungswerk für Hörgeschädigte bildet einen Schonraum und prägt das Bild, das die Außenwelt sich von dem Menschen mit der Hörschädigung bildet, aber  auch das Bild, welches der Betroffene von sich selbst macht.  Dies ist in der Regel defizitorientiert.

Der Schonraum bildet sich wie eine Glocke über den Menschen mit einer Hörschädigung. Jeder, der im direkten Kontakt mit dem Betroffenen steht, stellt sich auf die Hörschädigung ein. Zu Beginn sind es in der Regel die Eltern, beraten von Fachleuten. Im Idealfall sorgen die Eltern bei Gesprächen oder bei der Ansprache für ausreichendes Licht, damit ihr Mundfeld nicht im Dunkeln liegt. Sie schauen ihr Kind beim Sprechen an. Beides fördert das Absehen vom Mund und erleichtert die Kommunikation für das Kind.  

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Dr. Oliver Rien
HELIOS Klinik Am Stiftsberg
Sebastian-Kneipp-Allee 3/4
87730 Bad Grönenbach

  

 

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