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Lebenswege von Menschen mit einer
Hörbehinderung
Wer etwas in Erfahrung bringen möchte über Lebenswege von gehörlosen oder schwerhörigen Menschen, der kann nichts Besseres tun, als sich von Betroffenen deren Lebensgeschichte erzählen zu lassen und über diese Geschichten einzutauchen in die konkrete Erfahrungswelt dieser Menschen mit allem, was sie ausmacht – Höhen, Tiefen, Freuden, Schmerz, Glück, Trauer, Hoffnung etc. Es sind Geschichten, die (fast) alles enthalten, was Erzählungen hörender Menschen auch beinhalten – nur mit der Besonderheit, dass sie durch die Hörbehinderung ihre spezifische Note bekommen!
Wir sind mittlerweile in der vortrefflichen Lage, dass es immer mehr an autobiografischen Berichten von gehörlosen und schwerhörigen Menschen gibt, wovon jede auf ihre ganz eigene Art und Weise ein spannendes Abenteuer ist, sofern man sich ohne ideologische Scheuklappen auf die in diesen Erzählungen geschilderten Erfahrungen einlässt und sie mit dem, was sie bezogen auf die konkrete Lebenssituation des einzelnen Schreibers vermitteln, auf sich wirken lässt. Durch gezielte Analysen solcher Erfahrungsberichte lassen sich wesentliche (auch durch die allgemeine Gesundheitsforschung bestätigte) Faktoren aufzeigen, die es in der frühen Entwicklung gehörloser und schwerhöriger Kinder wie auch in späteren Lebensphasen zu beachten gilt, wenn man Bedingungen schaffen will, damit sich psychisches Wohlbefinden und Gesundheit entwickeln können (vgl. exemplarisch für die Situation schwerhöriger Menschen das Büchlein von Draheim & Hintermair, 2009, in dem sich im Literaturverzeichnis auch zahlreiche Quellen zu aktuell verfügbaren autobiografischen Erzählungen finden).
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Prof. Dr.
Manfred Hintermair
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