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Begegnung mit Ilir Noch am Morgen hat sich Mayra, acht Jahre, heftig beschwert: „Immer muss ich diese Dinger hinterm Ohr tragen!“ Unsere Fernreise nach Indonesien, Bali und Lombok gestaltet sich wunderbar, und zwei Wochen voller exotischer Eindrücke, atemberaubender Kultur und vielen freundlichen Kontakten liegen schon hinter uns. Die Kinder genießen die Tage am Strand aus vollen Zügen und pendeln permanent zwischen Pool und Meer. Lästig ist da nur das ständige Ab- und Anlegen der CIs, das Mayra, seit vier Monaten auf beiden Seiten mit Implantaten versorgt, nun doch auf eine harte Belastungsprobe stellt. Auf einem Ausflug ins nahe gelegene Städtchen begegnen wir Ilir. Die ersten Strand-verkäuferinnen haben wir schon freundlich, aber bestimmt davon überzeugen können, dass wir keine Sarongs, Armbänder oder T-Shirts kaufen möchten, als sie auf uns zukommt: barfuß, mit einem Sarong um die Hüften und einem T-Shirt bekleidet, und wie ihre Kolleginnen mit ihrem Warenkorb auf dem Kopf. Sie stutzt, als sie Mayras Geräte sieht, und nach ihren ersten Worten wird uns klar, auch sie ist hörgeschädigt. Es folgt eine sprachlose, aber gestenreiche Begrüßung beider Mädchen, und sie schreiben ihre Namen in den Sand: ILIR und MAYRA. Sie mögen sich sofort, lächeln sich lange an, bevor sie sich mit langem Winken wieder voneinander verabschieden. (...)
Nicole und Mayra Lindau
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