Leben ist Beziehung

Frühe Bildungsprozesse bei Kindern mit CHARGE-Syndrom im Dialog mit ihren Eltern

Forschungspräsentation an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg zur Frühkindlichen Bildung

Bildung als sozialer und sozial vermittelter Prozess

Es ist ein weit verbreitetes Phänomen, dass sehr viel über Bildung gesprochen wird, ohne sich darüber zu verständigen, was man darunter versteht. Oftmals werden klassische Bildungselemente referiert und es ist nicht immer klar erkennbar, ob und wenn ja, worin sich Bildung und Wissen unterscheiden. In einer Welt, die aufgrund einer zunehmenden Globalisierung in zahlreichen Bereichen einem enormen Informationszuwachs unterliegt, muss die Aneignung von Wissen im Sinne von Einzelinformationen in seiner privilegierten Rolle in Frage gestellt werden (Horsch, 2004). Viel grundlegender als ein additives Wissen wird deshalb dessen Vernetzung gesehen sowie auf deren Grundlage die Fähigkeit zu wissen, wie und wo Wissen erworben werden kann. Doch auch in dieser komplexeren Sicht muss festgehalten werden, dass Wissen allein noch nicht dazu genügt, Kinder zu befähigen, ihr Leben subjektiv Sinn erfüllt und in der Gemeinschaft mit anderen gestalten zu können.

Um dies zu können, bedarf es weiterreichender Kompetenzen, die vorwiegend in sozialen Bezügen gelebt und erworben werden. Der erste und wesentliche Schritt, um diese Kompetenzen zu erwerben, besteht darin, mit der Welt und ihren Menschen in Beziehung zu treten. Es geht dabei darum, den Blick auf andere Menschen zu richten, den Dialog mit ihnen zu suchen, sie als Partner wahrzunehmen und entsprechend wertzuschätzen usw. (Horsch 2006). Erst in der Beziehung mit anderen Menschen, im Dialog mit ihnen, werden Menschen und Welt erfahrbar. Dieser erste Schritt in den Dialog vollzieht sich zwischen Eltern und Säugling. 

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Prof. Dr. Ursula Horsch
Andrea Scheele
Fakultät 1
Zeppelinstr. 3
69121 Heidelberg

 

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