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Strategien zur Anpassung von Hörgeräten Die Anpassung von Hörgeräten zielt grundsätzlich darauf ab, Nutzsignale (Sprache, Musik oder Warnsignale) hörbar zu machen, indem sie durch geeignete Verstärkung im relevanten Frequenzbereich (ca. 500–6.000 Hz) über die Hörschwelle angehoben werden. Andererseits darf der Pegel, bei dem eine unbehagliche Hörempfindung eintritt (= Unbehaglichkeitsschwelle), nicht überschritten werden, um Akzeptanzprobleme zu vermeiden. Da die Unbehaglichkeitsschwelle der meisten Hörgerätenutzer nur unwesentlich höher liegt als beim Normalhörenden, sich also in der Regel nicht in gleichem Maße wie die Hörschwelle verschiebt, bedeutet dies, dass in vielen Fällen durch eine Kompressionswirkung der Ausgangsdynamikbereich des Hörgerätes reduziert werden muss. Die Zielvorstellungen bezüglich des erforderlichen Verstärkungsverhaltens eines Hörgerätes können wahlweise anhand zweier Kriterien abgeleitet werden. Das erste Verstärkungskriterium ergibt sich bei vorgegebenem Resthörfeld (Bereich zwischen Hör- und Unbehaglichkeitsschwelle) aus der erforderlichen Verlagerung und Kompression des mittleren Langzeit-Sprachspektrums in das Resthörfeld mit dem Ziel, möglichst sämtliche Sprachkomponenten hörbar zu machen, ohne die Unbehaglichkeitsschwelle zu überschreiten. (...)
Prof. Dr. Jürgen Kießling
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