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Hörsturz
Der Hörsturz – eine Form der akuten Schwerhörigkeit
In Anlehnung an Lehnhardt: Fortschritte der Medizin, 112. Jg. Nr. 27, 1994
Die akute Schwerhörigkeit wird leider viel zu oft und zu schnell als Hörsturz
angesprochen. Beim
Hörsturz tritt die Schwerhörigkeit nur einseitig auf, ist innenohrbedingt (Rekruitment
positiv) und bietet klinisch, audiometrisch und röntgenologisch keine andere
Erklärung als die Annahme einer
akuten Mangeldurchblutung des Innenohrs.
Als Idiopathischer Hörsturz ist nur die plötzliche sensorische Schwerhörigkeit
zu definieren. Der
Hörsturz trifft immer nur ein Ohr, Ohrrauschen und passagerer Schwindel können
Begleitsymptome sein. Plötzliche Hörverluste aber als Ausdruck einer
Innenohrbeteiligung allgemeiner Krankheitsbilder sind von dem so definierten
Hörsturz ebenso abzugrenzen wie die psychogene Hörstörung, die (zentral-neurale)
Schwerhörigkeit im Verlauf einer multiplen Sklerose, die (sensorische)
Schwerhörigkeit beim Cogan-Syndrom oder bei der Lues. Gleiches gilt bei Tumoren
des inneren Gehörgangs oder des Kleinhirnbrückenwinkels. Die – möglichst
stationäre – Behandlung der plötzlichen Schwerhörigkeit sollte umgehend
einsetzen, parallel zu einer gezielten Diagnostik.
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Prof. em. Dr. mult. Ernst Lehnhardt
Siegesstr. 15
30175 Hannover
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